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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stämme, Form, Art, Unterart, Rasse



Steini
12.07.15, 14:34
Hallo ich denke ich brauch mal Nachhilfe.
Ich bin mir nicht sicher ob ich die Begriffe Stamm, Form, Art ,Unterart, Rasse so richtig verwende.

Art ist ja noch fast klar, in der Regel, eine sich nicht mehr fruchtbar mit anderen Gruppen kreuzende und somit in sich geschlossene Population.
(Wobei Arten eher an sichtbaren Merkmalen, getrennt werden)

Unterart, eine sich lange getrennt entwickelte, aber noch sehr ähnliche Population dieser Art, die sich auch mit der eigentlichen Art vermischen kann.

Form eine Erscheinungsform in der die Art, Unterart, Stamm oder Rasse auftreten kann.
(Spiegel + Schuppenkarpfen oder z.b auch Bach, See und Meerforelle)

Bei Rasse tue ich mich schwer, ich verbinde es automatisch eher mit Haustieren.:lachen:
Bei Stamm geht es mir ähnlich, abgeleitet von Stammbaum oder der kleinen Stammesgruppe innerhalb eines Volkes
Beide Begriffe sind aber auch wieder ähnlich der Unterart.

Wie also ist die richtige Einordnung, einer kleinen lokal an die Bedingungen Angepassten noch jungen Population.
(Zum Beispiel eines Lachsstammes, wie den aus dem Namsen, der sich ja wohl erst nach der letzten Eiszeit entwickeln konnte)

Eine Art ist es nicht, Unterart kann es auch nicht sein.

Ist diese Gruppe dann ein Stamm, eine Rasse oder eine Lokale Population ?

Ich tendiere eher zu Rasse, auch wenn ich Ihn wie gewohnt als Lachsstamm bezeichne.
Die Begriffe werden irgendwie immer mal so mal so verwendet.:grins:


Schon das mit der Art nehmen wir ja nicht so genau, wie unsere Forellenarten zeigen.
Einige nennen Spiegel und Schuppi auch Karpfenrassen oder Stämme.

Mir scheint da viel durcheinander zu gehen.

Vielleicht hilft Euch ja folgendes.
http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/rasse/55694
mir hat es nicht geholfen.:ärger:

Steini
13.07.15, 13:58
Was ist los ?
Man könnte ja meinen, das es Anderen ähnlich geht.

Thomas
13.07.15, 15:53
Ganz einfach ...

SKOFGAU = Stamm, Klasse, Ordnung, Familie, Gattung, Art, Unterart (Biologische Systematik, Taxonomie).

Rassen bei tierischen, Sorten bei pflanzlichen Züchtungen durch den Menschen.

Formen = Ökotypen (Bach-, See-, Meerforelle).
Von Stämmen sollte besser nicht gesprochen werden, weil das Verwechslungsgefahr zu taxonomischen Kategorien erzeugt. Damit sind lokale Populationen gemeint. Die aber auch ordentlichen migrieren können (Lachse).

Siehe auch:
http://www.gw-forum.de/showthread.php?148-Einf%FChrung-in-die-Biologische-Systematik-(Taxonomie)

Steini
13.07.15, 19:48
Hatte Deinen guten Beitrag schon gelesen und einbezogen.

Umgangssprachlich wird Rasse und Stamm aber oft anders verwendet.
Hi Steini,
Die Frage ist aber, ob Arten umgangssprachlich in Stämme und nachfolgend Rassen zerfallen,
oder ob mit Stamm und Rasse eher das Gleiche gemeint ist, was dann in unterschiedliche Populationen zerfällt.

Thomas
14.07.15, 08:36
Stämme sind Populationen mit genetisch sehr ähnlicher Ausstattung, ein Pool genetisch ähnlicher Individuen.

Das gilt auch für Rassen oder Sorten, da sind diese Ähnlichkeiten aber vom Menschen erzeugt, also zielgerichtet herausgekreuzt worden.

Alle 3 Begriffe gelten für das Artniveau, sowohl Stämme als auch Rassen und Sorten sind untereinander fortpflanzungsfähig.

Steini
14.07.15, 14:34
Ok, dann wird der Begriff Stamm also eher von Stammbaum abgeleitet und in der Systematik verwendet.

Der Begriff Stämme aber leitet sich dann eher vom kleinen Stamm (kleinste Einheit, vor direkter genetischer Familiärer Verwandschaft) innerhalb eines Volkes (Art/Unterart) ab.

Ich denke so hatte ich es auch bislang verstanden.

Aber zur Sicherheit.
Du meinst es gibt keine feste Verwendung der Reihenfolge bei diese Begriffen, die unterhalb der Arten/Unterarten verwendet werden ?
Sondern Rassen (Tiere) und Sorten (Pflanzen) sind eher Begriffe für vom Menschen gezüchtete Stämme?

Danke Thomas

Mal sehen ob, da alle mitgehen.

Thomas
14.07.15, 17:06
Umgangssprachlich weiß ja jeder, was mit einem "Forellenstamm" gemeint ist ... auch wenn der Begriff taxonomisch vorbelegt ist.

Unser Stamm als Neuzeitmensch wäre bspw. Chordatiere (Chorda dorsalis, entwicklungsgeschichtlich noch vor der Wirbelsäule) , also kategorisch sehr weit oben eingeordnet.

Beispiel zur Rasse:
Jedes Dackelmännchen kann mit einer Doggendame fruchtbaren Nachwuchs zeugen, wenn Aufstiegshilfe gegeben wird. Rassen- oder Sortenmerkmale wurden isoliert herausgezüchtet, so ist die Rasse überhaupt erst entstanden. Beide sind dabei Haushunde, eine domestizierte Unterart des Wolfes.

Wolf: Canis lupus
Haushund: Canis lupus familiaris

Steini
15.07.15, 07:41
Umgangssprachlich weiß ja jeder, was mit einem "Forellenstamm" gemeint ist ...

Ich bin mir gar nicht sicher ob Ich es denn weiß,..ich vermute eher.:hmm:

Ich würde Stämme eher mit einer Population einer Art übersetzen, die eine lokale spezielle Anpassung aufweist.
Dann aber kann man es für die Entwicklungslinien oder einzelne Populationen innerhalb der Entwicklungslinien und Artenverwenden.