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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blaue Felder auf Gewässer



FHG
12.07.15, 14:48
Hallo alle zusammen,

unser Verein (Raum Schwäbich Hall) besitzt einen ca. 1 ha großen See/Feuerlöschteich.

Als ich heute oben war hatte das Wasser eine ziemlich grüne Färbung. Das kommt vermutlich von einem erhöhten Algenbestand.

Allerdings befinden sich auch in einigen Ecken blaue Felder auf dem Gewässer. (siehe Bilder)

Weiß jemand was das ist? Sind das Blaualgen?

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Wassertemperatur liegt bei 25°C. Keine Toten Fische gefunden. Gewässer ist zwischen 0,5m und 1,4m tief.
Wasserwerte liegen mir aktuell leider keine vor.

gruß Tim

Schnickes
12.07.15, 15:51
Ich bin kein Fachmann, aber forsche doch mal in Richtung Cyanobakterien.

Generell würde ich eine solche "Blüte" als nicht gerade positiv beurteilen und vermuten, dass es sich um ein stark eutrophiertes Gewässer handelt.

Gekko gecko
13.07.15, 08:38
Hallo FHG,
lass mich mal raten:

Viele Karpfen, Graskarpfen, vielleicht auch noch Marmor- und Silberkarpfen.
Außer Algen keine weiteren Unterwasserpflanzen.

Wenn in der Erbsensuppe noch Fische leben, ist es nicht die Frage ob das Gewässer umkippt, sondern nur noch die Frage wann!
Messe einmal die Wasserwerte, insbesondere Sauerstoff morgens zum Tagesanbruch.

FHG
13.07.15, 13:21
Danke für eure Rückmeldungen.

Das Problem ist, dass wir das Gewässer vor einigen Jahren von jemanden übernommen haben. Der Vorbesitzer hat so gut wie alles besetzt, auf das er Lust hatte. Seit dem haben wir den See nicht abgelassen.

Im See befindet sich eine ca. 10cm dicke Schlamschicht. Wir haben einige Seerosenfelder und einige größere Felder Laichkraut im See.

Besatz: Spiegel und Schuppenkarpfen, Hecht, Barsch (vermutlich durch Vögel), Schleien, Rotaugen, Giebel und leider auch einige sehr große Marmorkarpfen. Von den Marmorkarpfen sterben immer wieder einige im Sommer. Raus fangen ist natürlich schwierig/unmöglich.

Ein Sauerstoffmessgerät haben wir leider nicht. Viel zu teuer...

Ich werde aber demnächst die Wasserwerte durchchecken und mitteilen.

gruß Tim

Lücke
14.07.15, 12:47
Hallo,

für mich sind das ganz klar Blaualgen... Ich hoffe da badet niemand! Stell Schilder auf!

Sauerstoffmessgeräte gibt es mittlerweile ab 150€, oder ihr nehmt nen Tröpfchentest von Merck o.ä.


Das scheint da bei euch kurz vor knapp zu sein, hoffe mal auf einen Wetterumschwung mit viel Wind und Regen...

Da sind einige Massnahmen von Nöten, meiner Meinung nach steht dort die Nahrungspyramide auf dem Kopf... ihr braucht dringend mehr Kleinstlebewesen, ausserdem muss der Nährstoffeintrag minimiert werden und die Umwälzung gefördert... d.h. Bäume am Gewässer entfernen, Anfüttern begrenzen oder verbieten...

Gras- und Mamorkarpfen raus, wenn nötig mit dem Netz, Karpfenbestand minimieren, Hecht besetzen, Weissfischbestand auf ein gesundes Niveau...

Wie wird der Teich gespeist? Durch Quellen/Grundwasser oder durch einen Bach?

Gruß
Lücke

Gekko gecko
14.07.15, 14:04
Hallo FHG,

die wichtigsten Maßnahmen hat Lücke schon sehr gut beschrieben. Nach meiner Auffassung handelt es sich dabei um Blaualgen (besser Cyanobakterien). Meist, aber nicht immer, ist der Befall mit Blaualgen mit einem erhöhten PH-Wert, erhöhten Nitrit-, Nitrat und Phosphatwerten verbunden. Der komplette Wassertestkoffer von JBL ist brauchbar und kostet gerade einmal 80 Euronen zusätzlich der Sauerstofftest für 12 € und du bist schon gut genug ausgestattet. Euer größtes Problem sind aber wahrscheinlich die Marmorkarpfen, diese filtrieren das Gewässer und sorgen dafür das ihr so gut wie keine Kleinstlebewesen (Hüpferlinge, Wasserflöhe usw.) mehr im Freiwasser habt. Das sind aber genau die Tiere die sich von den Algen ernähren und so das Wasser klären. Übermäßiger Algenwachstum und Eintrübung sind dann die Folge. Sterben dann die Algen ab, wird soviel Sauerstoff verbraucht, das ein Überleben der Fischfauna nur mit Sauerstoffzufuhr und Umwälzpumpen möglich ist.

Schnickes
14.07.15, 14:07
Nur der Genauigkeit halber: Der Begriff "Blaualgen" wird häufig gebraucht, ist aber meines Wissens nach nicht korrekt. Es handelt sich dann um Bakterien (Cyanobakterien).

(Da war Gekko schneller :grins:)

Thomas
14.07.15, 16:52
Ein altes, immer noch verwendetes Synonym, Schnickes (Blaualgen).

Dante
14.07.15, 16:53
Der komplette Wassertestkoffer von JBL ist brauchbar und kostet gerade einmal 80 Euronen....

JBL fördert den Gewässerschutz sogar mit bis zu 50% auf die Artikel. Einfach mal beim Fachhändler nachfragen.

huber.maxl
16.07.15, 10:50
Hallo FHG,

Euer größtes Problem sind aber wahrscheinlich die Marmorkarpfen, diese filtrieren das Gewässer und sorgen dafür das ihr so gut wie keine Kleinstlebewesen (Hüpferlinge, Wasserflöhe usw.) mehr im Freiwasser habt. Das sind aber genau die Tiere die sich von den Algen ernähren und so das Wasser klären. Übermäßiger Algenwachstum und Eintrübung sind dann die Folge. Sterben dann die Algen ab, wird soviel Sauerstoff verbraucht, das ein Überleben der Fischfauna nur mit Sauerstoffzufuhr und Umwälzpumpen möglich ist.

danke, diese Fische haben wir auch in metriger Grösse bei uns im Baggersee...

Gekko gecko
16.07.15, 22:16
danke, diese Fische haben wir auch in metriger Grösse bei uns im Baggersee...

Das ist aber nicht das einzige Problem, was sie verursachen.
Sie nehmen auch den Jungfischen jegliche Nahrungsgrundlage und filtrieren natürlich auch die Fischbrut aus.
Wenn dann die Vereinsmitglieder nach Weißfischbesatz schreien, weil sie den Millionenfisch "Rotauge" nicht mehr fangen hast du jetzt die notwendigen Argumente.
An diesem Beispiel kann man auch schön verdeutlichen, wie man mit einem einzigen unsachgemäßen Besatz ein ganzes Ökosystem zerstören kann.
Ich bleibe bei der Meinung: Der beste Besatz ist der, der nicht getätigt wird.

huber.maxl
11.01.17, 01:38
Das ist aber nicht das einzige Problem, was sie verursachen.
Sie nehmen auch den Jungfischen jegliche Nahrungsgrundlage und filtrieren natürlich auch die Fischbrut aus.
Wenn dann die Vereinsmitglieder nach Weißfischbesatz schreien, weil sie den Millionenfisch "Rotauge" nicht mehr fangen hast du jetzt die notwendigen Argumente.
An diesem Beispiel kann man auch schön verdeutlichen, wie man mit einem einzigen unsachgemäßen Besatz ein ganzes Ökosystem zerstören kann.
Ich bleibe bei der Meinung: Der beste Besatz ist der, der nicht getätigt wird.

danke nach langer zeit bin ich wieder online...ich denke meine gewässerwarte sind dafür taub, das argument liegt: wir wollen dass das gewässer nicht zuwächst und dafür brauchen wir die kombination mamor und grasfisch, fertig aus, was soll ich da noch sagen? hier im münchner raum werden die gewässer als forellenpuffs und carpodroms gepachtet und die mitglieder wollen das so

Gekko gecko
11.01.17, 18:31
Nach der Unsitte in den 80ziger Jahren in fast allen Gewässern Graskarpfen zu besetzen, oder noch schädlicher Marmor- und Silberkarpfen, gab es hier bei uns schon einige Fischsterben. Bei uns in der Region ist mittlerweile ein Umdenken erfolgt. Letztes Jahr haben wir für einige Vereine Elektrobefischungen mit dem Ziel "Entnahme von Graskarpfen, Silberkarpfen, Marmorkarpfen" und einmal sogar Karpfen durchgeführt. Je nach Bestandsdichte und Gewässergröße ist bei euch nicht die Frage ob das Gewässer umkippen kann, sondern nur die Frage wann es umkippen wird. Aber auch so ein Fischsterben muss nicht unbedingt schlecht für ein Gewässer sein, denn danach kann man wenigstens mit der Bewirtschaftung von Null wieder anfangen. Und dann hoffentlich fachgerecht.

Loki
19.01.17, 12:25
danke nach langer zeit bin ich wieder online...ich denke meine gewässerwarte sind dafür taub, das argument liegt: wir wollen dass das gewässer nicht zuwächst und dafür brauchen wir die kombination mamor und grasfisch, fertig aus, was soll ich da noch sagen? hier im münchner raum werden die gewässer als forellenpuffs und carpodroms gepachtet und die mitglieder wollen das so

Leider wissen die meisten Angler nicht was ein Marmorkarpfen oder ein Graser frisst oder wie sie das Gewässer beeinflussen.
Da gibt es die wildesten Annahmen, wie z.B. abgestorbenes Laub vom Grund. :schreck:

huber.maxl
25.03.18, 23:18
Nach der Unsitte in den 80ziger Jahren in fast allen Gewässern Graskarpfen zu besetzen, oder noch schädlicher Marmor- und Silberkarpfen, gab es hier bei uns schon einige Fischsterben. Bei uns in der Region ist mittlerweile ein Umdenken erfolgt. Letztes Jahr haben wir für einige Vereine Elektrobefischungen mit dem Ziel "Entnahme von Graskarpfen, Silberkarpfen, Marmorkarpfen" und einmal sogar Karpfen durchgeführt. Je nach Bestandsdichte und Gewässergröße ist bei euch nicht die Frage ob das Gewässer umkippen kann, sondern nur die Frage wann es umkippen wird. Aber auch so ein Fischsterben muss nicht unbedingt schlecht für ein Gewässer sein, denn danach kann man wenigstens mit der Bewirtschaftung von Null wieder anfangen. Und dann hoffentlich fachgerecht.'
danke für die Antwort