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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Algenbestimmung



haikai
25.02.17, 21:36
Hallo,
ich bin Gewässerwart eines Angelsportvereins in der Oberrheinebene. Die Aufnahme stammt aus einem Druckwassergrabens des Rheins. Könnt ihr mir sagen um welche Algengattung es sich handelt oder sind es Ansammlungen von Bakterien?:hmm:

UMueller
13.03.17, 11:57
Sieht nach Bakterien aus. Also sogenannte Abwasserpilze. Entstehen bsw. bei zu hoher organischer Belastung ( z.B. Gülle ). Kein gutes Zeichen.

haikai
28.03.17, 18:32
Hallo,
Kann es sein das Druckwasser dermaßen verschmutzt ist, daß sich Schmutzwasserbakterien ansiedeln können. Übrigens der Kanal durchfließt einen abgetrennten Altrheinarm, der ein Vereinsgewässer von uns ist. Man merkt es dem Altrheinarm an, wird er doch von dem kalten, sauerstoffarmen Kanal negativ beeinflußt. Und das alles um aufsteigende Lachse nicht fehlzuleiten. Früher lief gesundes Oberflächenwasser aus einem Baggersee, der Verbindung mit dem Rhein hat in den Kanal. Aber der Schließer, der dies ermöglichte wurde geschlossen wegen dem oben genannten Grund. Für mich ein kleiner Umweltskandal. Was meint Ihr???
mfG Markus

Gekko gecko
28.03.17, 23:58
Hallo,

gibt es im näheren Bereich des Grabens eine Biogasanlage?

Häufig werden die Gärungssäfte, die organisch stark belastet sind, aus Biogasanlagen abgeschlagen. Die Folgen in den Fließgewässern sehen dann genau so aus. Zooplankton und Makrozoobenthos kann man dann dort nicht mehr nachweisen. Mittlerweile ein riesiges Problem in ganz NRW. Die Fischereiverbände sind dankbar über jede Meldung die bei ihnen eingeht.

haikai
29.03.17, 18:29
Hallo,
Der Kanal bekommt nur Druckwasser vom Rhein ab. Es sind keine Biogasanlagen oder Abwässer verantwortlich für die Schmutzwasserbakterien. Ich denke diese Bakterien siedeln sich auch an, wenn das Wasser sauerstoffarm aus dem Boden tritt mit einer gewissen Belastung an Nitrit, Nitrat und Phosphat. Das Wasser wird von uns regelmäßig gemessen und wir sind weitab von schädlichen Konzentrationen dieser Stoffe. Der Kanal wurde damals angelegt als die Staustufe Iffezheim gebaut wurde, wie gesagt um das Druckwasser aufzufangen.

Albert
29.03.17, 20:08
Ein ähnliches Foto mit den Abwasserbakterien habe ich im "Leben im Wassertropfen" auf Seite 76 gerade betrachtet.

Da steht:
An der Bildung von Sphaerotilus-Zotten sind weitere Bakterien, aber auch Pilze beteiligt.
Fast immer lagern zwischen den Abwasserpilzfäden auch die feinen weißen Fäden der Schwefelbakterie Beggiatoa alba.

Kann man auch positiv sehen, da diese Mikroorganismen für die Selbstreinigung des Gewässers sorgen.

haikai
30.03.17, 18:28
Hallo,
egal wir wollen an diesem Zustand auf jeden Fall was ändern. Ich habe auf jeden Fall kein Verständnis, daß wegen dem Lachsprogramm unsere Vereinsgewässer dahinsiechen. Durch das kalte relativ sauerstoffarme Wasser leidet die Fischreproduktion und der Artenreichtum an Wasserlebewesen ganz entscheidend. Zumal die europäischen Wasserrahmenrichtlinien besagen unsere Fließgewässer für Fische durchgängig zu machen.
mfG Markus