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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dauerhafte und nachhaltige Reduktion / Stabilisierung des pH Werts



Thorsten
09.08.11, 08:33
Durch die in letzter Zeit deutlich erhöhten pH Werte im Prestelsee mache ich mir Gedanken, mit welchem Maßnahmenbündel wir die Möglichkeit haben, den pH Wert dauerhaft und langsam etwas zu senken, bzw. zu stabilisieren.
Welche Auswirkungen wird er im Bereich von bis zu 10,3 auf die Lebensgemeinschaft im Wasser haben? Ich fürchte unter anderem Probleme für den Fischlaich, also eine reduzierte Reproduktion.

Vorweg:
Mit chemischen Mitteln werden wir natürlich nicht arbeiten. Wenn es sinnvoll ist, den Wert zu senken, soll es mit natürlichen Mitteln, und/oder mechanisch erfolgen.


Kann eine Reduktion der Wasserpflanzen den Wert senken? (Mechanische Entfernung)
Nadelbäume senken den pH Wert des Bodens, gibt es Untersuchungen, ob man durch Nadelbäume am Ufer den pH Wert des Gewässers senken kann?

Habt ihr weitere Ideen? Entstehen durch eine Senkung Risiken auf anderer Ebene, die ich nicht bedacht habe?
Falls ihr in dieser Richtung Studien habt, freue ich mich über einen Link.


Habt ihr eine Idee, wie es sein kann, dass der pH Wert von max. 9,3 im letzten Sommer und bei allen Messungen in den letzten 20 Jahren, auf 10,3 in diesem Jahr steigen kann. Es ist immerhin eine Verzehnfachung.

Ich will heute Abend und am Wochenende an mehreren Stellen den pH Wert in verschiedenen Tiefen messen, um ein genaueres Bild zu bekommen, wie es insgesamt aussieht. Die Werte stelle ich dann ein.

Mattes
14.08.11, 20:01
Hallo Thorsten,

mich wundert es, dass überhaupt so ein höher Wert bei euch vorliegt. Mein Wissen ist bescheiden, aber ich frage mich, wie das Sediment des Sees aussieht. Kann es sein, dass es extrem kalkhaltiger Boden ist?

Bevor ihr eingreift, musste man über die Entstehung des See mehr Wissen haben. Gibt es in der Natur vielleicht Gewässer, die solche Werte als Standard inne haben? Sind dort möglicherweise Pflanzen oder Tiere/Organismen angesiedelt, die sich nur an solchen Gewässern ausbreiten? Nicht, dass das ganze wegen dieser Besonderheit gar schützenswert wäre.

Mal googeln, nach den vergleichbaren Gewässern und sehen, ob vergleichbare Bedingungen vorherrschen.

Thorsten
16.08.11, 22:02
Hi Mattes,

der See ist ca 90 - 100 Jahre alt, und eine ehemalige Auskiesungsfläche. Dass es derzeit schon spezifisch auf diese Gewässersituation angepasstes Leben in größerer Zahl gibt, halte ich für wenig wahrscheinlich.
So besonders scheint der Wert nach Thomas Einschätzung ja nicht zu sein. Mich wundert es, dass der Wert die letzten 20 Jahre bei max. 9.3 lag, zu der gemessenen Tageszeit eher bei 8,5 zu erwarten wäre, aber eine 10,3 bringt. Irgendetwas hat sich verändert, und die Auswirkungen für die Flora und Fauna kann ich nicht abschätzen. Es liegt aber jenseits aller Grenzwerte (dauerhaft), die ich für Fische kenne. Leider kam ich beruflich bedingt am WE nicht zum detaillierten Nachmessen, aber es hat ohnehin soviel geregnet, dass der Wert gesunken sein muss.

dat_geit
19.08.11, 12:14
Ich beobachte auch ein Gewässer, dessen Werte man über pH9 liegen und Tendenzen zur 10 haben.
Dabei handelt es sich um ein junges Gewässer ohne nenneswerten Makrophytenbestand, dafür aber mit sehr viel Algen und Totholz. Es ist eine ehemaige Tongrube.
Der pH Wert schwankt stark Tageszeit und Jahreszeitlich bedingt.

Günter
11.11.12, 16:05
@Thorsten

Wie groß ist denn der See?

Sind viele Wasserpflanzen im Gewässer, kann der erhöhte PH-Wert die Ursache einer biogenen Entkalkung sein!
Bei einem PH-Wert von 10,3 hilft das Einbringen von kohlensaurem Kalk. Brandkalk würde nur den PH-Wert erhöhen.
Die tödlichen PH-Werte liegen bei Karpfen bei 10,8 ... bei anderen Fischarten noch geringer.

Thorsten
11.11.12, 16:13
Hallo Günter,

der See hat 5,5 ha. Ca. 80 % des Gewässers sind im Sommer mit Pflanzen bewachsen, die oft bis fast an die Oberfläche reichen. Aus einer Untersuchung aus den 80 er Jahren ging hervor, dass die Gesamtmasse der Pflanzen bei ca 300 Tonnen Abtropfmasse im Sommer liegt. Heute dürfte Sie nach Aussagen von langjährigen Mitgliedern eher höher liegen. Ich gehe schon davon aus, dass die Pflanzen ihren Teil dazu beitragen. Da es ein FFH Gebiet ist, können wir aber kaum tätig werden.

Biogene Entkalkung konnte ich bisher nur in geringem Maße feststellen. (Leichter Niederschlag an einigen Pflanzen / Bereichen).

Dieses Jahr waren wir zum GW Treffen an diesem See. Die Vergleichswerte mit anderen Messgeräten der Kollegen lagen etwas niedriger, als meine Messwerte, obwohl das Gerät frisch geeicht war. Womöglich waren lagen die Extrema daher nicht ganz so hoch. Der Unterschied belief sich bei unseren Messungen in einem Bereich von ca. 0,2-04 im pH Wert.

Günter
11.11.12, 16:30
Dann kann ich dir mit Sicherheit sagen, der hohe PH-Wert liegt an den Wasserpflanzen!
Da bei 5,5ha eine Kalkung sowieso zu teuer ist, fällt die Kalkung weg.

Die Pflanzen im See binden zuviel Kohlensäure, dadurch steigt der PH-Wert!
Die billigste Abhilfe ist, die gebundene Kohlensäure wieder in den See zurück zu bringen. In der Teichwirtschaft bringen wir Pflanzen (Wasserpflanzen/Gras des Uferbereichs) ein, bei der Zersetzung geht die Kohlensäüre in das Teichwasser zurück und senkt somit den PH-Wert.

Ich empfehle, die Pflanzen im See zu mähen, und zwar nur in Abständen und teilweise, da sonst die Sauerstoffzehrung zu hoch wird.

Thomas
11.11.12, 16:34
Und wie lautete meine Empfehlung kürzlich vor Ort, Thorsten?

Thorsten
11.11.12, 16:55
Nicht die Grünen wählen???? :grins:

Thomas
11.11.12, 16:58
Immer Pils trinken und Pflanzen mähen, Thorsten :grins:

Und Grüne wählen, wenn Du damit fertich bist ... dann biste ja selbst einer. :;:

Thorsten
11.11.12, 17:00
Pils trinken ist kein Problem, das Pflanzen mähen wird durch die von mir gewählten Grünen leider verhindert, obwohl der Verein vor Jahren dafür mal einen Umweltpreis bekommen hat.

Thomas
11.11.12, 17:05
Schreib' mir mal per PN die Kontaktadresse von Eurem Grünen-Kreisspitzenpolitiker, der ja irgendwann vielleicht auch mal wiedergewählt werden will.

Ich kläre das mit der Person ... kurz und schmerzlos.
Für mich. :grins: