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Thema: Karausche (Carassius carassius)

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    GW-Forum Team Avatar von Georg
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    Karausche (Carassius carassius)


    Darstellung freundlichst genehmigt durch Hr. Dr. Bernd Stemmer

    Regionale Bezeichnungen: Bauern-, Modder-, Schneider-, Stein-, oder Moorkarpfen

    Systematik:
    Klasse: Actinopterygii; Strahlenflosser
    Teilklasse: Teleostei; Echte Knochenfische
    Ordnung: Cypriniformes; Karpfenartige
    Familie: Cyprinidae ; Karpfenfische
    Gattung: Carassius; Karauschen

    max. Länge: ca. 60cm
    Gewicht: Ausnahmefische bis 4,5kg

    Flossenformel:
    D III-IV/14-21
    P I/12-13
    V II-III/7-8
    A III/5-8
    C 19

    Schuppenzahl entlang der Seitenlinie: 31-36
    Kiemenreusendornen: 23-33

    Körperbau: Die Karausche ist dem Karpfen und Giebel ähnlich, aber hochrückiger – eine Ähnlichkeit, die sich auch in den oben angeführten Beinamen wie Schneiderkarpfen, Bauernkarpfen, Steinkarpfen oder Moorkarpfen wiederfindet. Auch die Karausche besitzt wie der Giebel keine Barteln und große Schuppen. Färbung: golden-bronzene Grundfarbe, oft auch bräunlicher Ton, seltener silbergraue Einfärbungen, Farbvarianten sind wie so oft habitatsabhängig. Bei juvenilen Karauschen findet man oft einen dunklen Fleck auf dem Schwanzstiel, der jedoch auch ganz fehlen kann (Verbuttete Bestände?) und deshalb nicht als Unterscheidungsmerkmal dienen sollte. Die Schwanzflosse ist im Gegensatz zum Giebel nur geringfügig eingekerbt, die Rückenflosse weist eine konvexe Form auf, wenn man diese Merkmale berücksichtigt und die Schuppenformel der Seitenlinie hinzuzieht sollte eine Bestimmung relativ einfach möglich sein. Karauschen gelten als langsamwüchsig.

    Fortpflanzung: Die Geschlechtsreife tritt meist im 3. oder 4. Frühjahr ein, Laichzeit ist in Mitteleuropa Mai-Juni bei Temperaturen von 17-20°C. Karauschen laichen in mehreren Schüben auf pflanzlichem Substrat. Die 150.000 - 300.000 verhältnismäßig kleinen Eier (Durchmesser 1-1,4mm) entwickeln sich bei gleich bleibenden Temperaturen in einer knappen Woche zur Schlupfreife.

    Lebensraum: Der vermutlich aus Asien stammende Krautlaicher, (die Verschleppungshistorie dürfte aber deutlich älter sein als beim Karpfen) lebt in stehenden oder langsam strömenden, sommerwarmen und nährstoffreichen Gewässern aller Größenklassen. Die Karausche ist selbst in kleinsten sauerstoffarmen, verschlammten Dorftümpeln zu finden und kann bis zu fünf Tage fast ohne Sauerstoff überleben. Selbst im Brackwasser von Buchten und Haffen der Ostsee ist sie aufgrund der hohen Salztoleranz anzutreffen. Der im Blut der Karauschen enthaltene Alkoholanteil ermöglicht es ihnen sogar, ein vollständiges Durchfrieren von Gewässern zu überleben. Karauschen ernähren sich von Kleintieren, wie den Larven der Zuckmücken und Eintagsfliegen, und Pflanzen. Um Perioden ohne Zugang zu Nahrung zu überleben, legen Karauschen einen Zuckervorrat in Form von Glykogen im Leber- und Muskelgewebe an. Die Alterserwartung von Karauschen wird im Rahmen von 10-26 Jahren angegeben.

    Verhalten: Karauschen sind bodenorientierte Fische mit geringer ausgeprägtem Schwarmverhalten als Giebel. Adulte Tiere leben im Freiwasser, meist in Bodennähe, Jungfische von Seekarauschen und Teichkarauschen (bei diesen auch Adulte ) bevorzugt im Kraut. Sie sind recht scheue Fische, die sich jedoch bei Sonne auch in oberflächennähe aufhalten. Karauschen gelten als standorttreu und dämmerungsaktiv.
    Geändert von Georg (13.12.10 um 21:52 Uhr)

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