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Thema: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

  1. #1
    Moderator Avatar von Steini
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    Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Es gibt viele mögliche Gedanken beim Fischbesatz.
    Schon bei der Begründung Fische überhaupt zu Besetzen, scheiden sich die Geister.
    Es gibt unter Euch unzählige Betrachtungen und Meinungen.
    Das mal eben in Falsch oder Richtig zu trennen, ist kaum möglich.
    Jeder sollte aber Ziele haben und sich darüber Gedanken machen, das ist schon einmal die Grundvoraussetzung es vernünftig zu machen.
    Darüber hinaus macht man Erfahrungen und beobachtet also auch Dinge, für die man keine Erklärung hat.
    Diese Erfahrungen und Gedanken, aber auch Ihre Betrachtungen sind ein Schatz für Neulinge.

    Man kann noch so belesen sein oder das sogar studiert haben, ohne Erfahrung übersieht man oft entscheidende Dinge.
    Ist wie auf dem Bau, selbst wenn der junge Ingenieur etwas berechnen kann, wird ein falsch gesetztes Komma, erst dem Erfahrenen Arbeiter auffallen.
    Wissen + Erfahrung sollten also zusammengeführt werden, wenn man Fehler vermeiden möchte.

    Beim Fischbesatz ist es nicht anders.
    Wer nur Lehrsätze befolgt handelt oft dumm, auch wenn er versucht alles richtig zu machen.
    Es braucht Wissen + Erfahrung und eigene Einzelfall-Betrachtungen um gute Arbeit zu machen.

    Wissen findet man heute in Massen wenn man es sucht.
    Erfahrungen oder Gedanken dahinter sind viel schwerer zu finden.
    Vielleicht bekommen wir hier ja mal eine Sammlung solcher Dinge hin.
    Gruß Steini

  2. #2
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Als ich Jugendlicher war wimmelte ein Altarm bei uns fast von Karpfen, sie wurden als Herbstbesatz in etwa 30cm K2 besetzt.
    Das war in den 70-80er wirklich sehr erfolgreich.
    Später meinte man das doch besser gleich mit K1 im Herbst zu versuchen weil das günstiger und natürlicher sei.
    Ich war damals leidenschaftlicher Hechtangler und meine das ich damals eine recht gute Vorstellung von dem natürlichen Hechtbestand des Gewässers hatte.
    Das Gewässer war sehr flach und man konnte die Hechte gut beim Rauben beobachten.
    Noch am Tag des Besatzes habe ich dort geangelt, in der Ecke wo die K1 besetzt wurden jagte nichts, aber am anderen Ende jagten sie noch.
    Am nächsten tag fing ich dort fast 1km vom Besatzort entfernt noch einen Hecht, der hatte 14 dieser kleinen Karpfen und zwei meiner Giebel im Magen, war aber nur 65cm.
    Dort haben wir 60cm Mindestmaß, wobei die Durchschnittsgröße bei Fangmeldungen etwa 64cm betrug
    Da klingelte etwas bei mir im Kopf.

    Es mag in dem Gewässer vielleicht 10 -20 Hechte gegeben haben die auch K2 fraßen, aber sicher hunderte Raubfische die sich nun auf die K1 stürzten.
    Jeder Hecht ab 25 cm wird die dann gefressen haben, von Aal und Barsch mal abgesehen, folgt dann auch noch der Winter.
    Das Mindestmaß von 60cm war der Schutz der K2 vor Fressfeinden.
    Das wurde dann auch kein Erfolg, sondern ein verbrennen von Besatzgeld.

    Ab Mitte der 90er brach bei uns überall der Karpfen ein.
    Das hatte 2 Gründe, einmal wurden weniger Karpfen besetzt weil kaum noch Jemand Karpfen entnehmen wollte, sicher steht es aber auch im Zusammenhang mit dem Auftauchen der Kormorane.
    Fakt ist aber das deutlich weniger Karpfen gefangen wurden die als K2 immer noch besetzt wurden.
    Einbruch locker 85%...
    Sprunghaft stieg nun der Fang an, wenn man sie noch größer besetzte.
    Das mag mit der Guten Besatzpraxis von Einst weniger im Einklang stehen, die aber vor dem Auftauchen der Kormorane entworfen wurde.
    Sie hat aber das Ziel Zugewinn an Fisch zu vertreten.
    Der Gedanke dahinter ist die Fische so klein wie möglich zu besetzen...
    Sie gilt auch heute noch, braucht es nun bei uns größere Fische als K1 oder K2.

    Hecht
    Ich würde heute gerne Hechte in der Weser besetzen, einmal weil der Hecht aus meiner Sich dort selten wurde, aber auch weil ich den eher am Ufer lauernden Hecht als Möglichkeit sehe etwas gegen die am Ufer lebenden zahllosen Schwarzmundgrundeln zu machen.
    (Ich höre zwar immer das wir reichlich Hechte in der Weser hätten, aber auf so etwas gebe ich wenig, wenn 1300 Angler dort 64 Hechte als Fang melden)
    Nun, oft sagt man Hechtbesatz ist billig zu machen, wenn man das mit vorgestreckten Hechten macht.
    Nun das mag sein unter bestimmten Bedingungen.
    Bei uns in der Weser kommt kaum Hecht auf, weil der Fluss ein sandiges und fast Pflanzenloses Gewässer bei uns ist.
    Dort gibt es reichlich Zander, Barsche, Weißfische oder nun eben auch die Schwarzmundgrundeln mit einem großen Maul voller spitzer Zähne.
    Was soll das bringen dort Hechtbrut zu besetzen wenn dort am Rand für sie Deckung und Futterfische fehlen und sie dann umgekehrt wie beabsichtigt wohl zum Grundel-Futter dort werden.
    Vermutlich braucht es da schon größere Hechte, wobei ich selten Erfolge von Hechtbesatz bemerkte.
    Wenn die Bedingungen stimmen machen die das ganz von alleine sehr schnell Klar.
    Die Hechte wachsen halt unglaublich schnell, wenn sie gute Bedingungen vorfinden.
    Hechtbesatz braucht es fast nie....

    Wegen der Grundeln, werden wir dort nun auch vom Glasaalbesatz absehen und vorgestreckt besetzen.
    Natürlich kenne ich kennen wir die Überlegungen das Farmaalbesatz die Verluste verringert und auch den Besatzversuch wo genau das in Einzelfällen widerlegt wurde.
    Mag sein das Glasaale durchaus Vorteile gegenüber Farmaalen haben, nur können sie die nur Ausspielen wenn sie nicht gleich gefressen werden.
    Wir sehen da keine großen Möglichkeiten für einen Glasaal zwischen den Steinen, wenn dort auch ein Dutzend Grundeln je m² leben.
    In einem Pflanzenreichen Stillgewässer schaut das ganz anders aus.

    Wie schon geschrieben die Einzelfallbetrachtung ist oft wichtig.
    Gruß Steini

  3. #3

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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Moin,

    als Gewässerwart mit 1 Jahr "Amtszeit" fehlt es mir natürlich noch stark an Erfahrung. Dennoch möchte ich mich hier mit den Leitgedanken, die ich mir gesetzt habe einbringen.

    1. Fischbesatz als Hegemaßnahme sollte stets die zweite Wahl sein. Wenn ein Bestand nicht stark genug ist sich selbst zu reproduzieren oder einzelne Arten fehlen hat dies einen Grund. Fischbesatz wäre hier in den meisten Fällen nur ein "Schönheitspflaster". Solange die Ursache des Problems nicht gefunden und behoben wurde bring es nichts Fische zu besetzten. Als Fallbeispiel: An meinem Teilstück der Ruhr wurden Jahrelange Rotaugen in eine badewannenartige Gewässerstruktur mir mangelhaften Unterständen und Ablaichmöglichkeiten besetzt. Ein E-Fischen im vergangenen Jahr bestätigte die Fanglisten. Trotz massiven Besatz, nicht eine Plötze! Was also tun? Das Geld, das sonst in Besatz fließen würde in Projekte zur Bepflanzung der Uferzone mit Erlen/Weiden und fehlenden Wasserpflanzen stecken.

    2. Das Große und Ganze sehen. Überspitzt gesagt bewirkt jeder gefällte Baum am Ufer, jeder besetzte Fisch und jede Strukturveränderung eine Veränderung im Gewässer. Im Vorfeld zu erkennen ob diese positiv oder negativ sein wird gehört sicherlich zu den schwersten Aufgaben eines GWs und ist meist nicht mal genau vorherzusagen, kann also nur abgewägt werden. Eine genaue Kenntnis des einzelnen Gewässers ist Grundvoraussetzung bevor Maßnahmen angedacht werden
    Wie schon geschrieben die Einzelfallbetrachtung ist oft wichtig.
    3. Einen Satz der sich mir in den Kopf gebrannt hat hörte ich auf dem GW Lehrgang im vergangenen Jahr. "Sucht euch Verbündete! Allein geht ihr unter!" Und genauso sieht es aus. Kontakt zu anderen Gewässerwarten, Behörden, Verbänden (seien es Angelverbände, Gewässerschutzverbände, NABU & Co., etc.) und vor allem zu den Mitgliedern im Verein ist sehr wichtig um sowohl für das Gewässer an sich als auch für den einzelen Angelfischer vor ran zu kommen.

    4. Und vielleicht das Wichtigste! Mit viel Weitsicht vorgehen. Wir "arbeiten" hier mit einem komplexen Ökosystem, das zudem noch durch eine mehr als eigenwillige Gruppe von Menschen genutzt wird, dem Angler.


    Sicherlich könnte ich noch mehr schreiben aber das wäre nur das Wiedergeben von Erlerntem und keine eigene Erfahrung.

    So hoffentlich bin ich jetzt nicht total am Thema vorbei und kann hier in Zukunft einen Einblick in die Gedanken des ein oder anderem erfahrenen GWs werfen!
    "Das Wasser ist niemals einsam."

  4. #4
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Heute: Die Rotfeder

    Ich mag diese Wunderschönen und so leicht zu fangenden Fisch einfach.
    Wenn gar nichts geht und da sind Rotfedern zu sehen, die fängt man.
    Leider ist die Rotfeder bei uns oft fast verschwunden gewesen und man sieht sie nicht mehr so oft.
    Gezieltes Befischen ist in meinen Vereinsgewässern in der Marsch fast gar nicht mehr möglich.
    Oft fehlt sie dort nun vollkommen.

    Ein Rückgang bei so einer Art, wird schon von vielen bemerkt, aber es wird oft erst ein Thema, wenn man die Menschen darauf aufmerksam macht.
    Da erlebte ich nach einem versuchsweisen Fangverbot in einem Gewässer, das sich die Einstellung der Angler änderten und sie diese Fische durchaus auch von selbst, wo anders nicht mehr entnehmen.
    Das Extrem, war ein mir unbekannter, betrunkener Russlanddeutscher, den ich kaum verstehen konnte.
    Der sprach mich an, als ich neben Ihm eine der besetzten und geschützten Rotfedern fing, um mich darauf hinzuweisen, das man die besser zurücksetzen sollte.
    Danach erklärte Er mir, warum das wichtig sei sie zu schonen und was die Gedankengänge dahinter, vom Gewässerwart des Vereins seien.
    Ich war schwer beeindruckt, meine Eigenen Gedankengänge so ausführlich verbreitet zu erleben.

    Meine Meinung nach, hat die Rotfeder einige Vorteile und scheint auch Grundlage für weitere Entwicklungen zu sein.
    Meine eigene Beobachtung ist da recht einfach, sind da keine Rotfedern, sind dort auch fast nie Schleien, fast nebensächlich dabei war es dabei meist, um was für ein Gewässer es sich handelte.
    Nun die Schlei und die Rotfeder, waren bei uns fast vollständig aus den vielen Gewässern verschwunden.
    Die Rotfeder scheint mir also nicht nur als Pflanzenfresser, mit kürzerer Nahrungskette interessant, sondern sie könnte auch Lebensraum, für weitere Arten schaffen .
    Anders ist es beim Rotauge, an dem Gewässer wo die zu meiner Kindheit von Fischen wie Moderlischen, Rotfeder und Schlei nur so wimmelte, tauchten nach dem Verschwinden die Rotaugen auf. Sie wurden mehr bis sie Verbutteten und die Schleie gab es dort nur noch ganz selten. (Moderlischen sah ich dort nie wieder)

    Das waren die Ausgangsgedanken die zu dem Versuch führten dort Rotfedern zu besetzen und zu schützen.
    Derzeit haben wir wieder Schleien in den Gewässern wo nun wieder Rotfedern schwimmen.
    Aber so toll war der Erfolg bei den besetzten Rotfedern, beim Nachwuchs nicht.
    Das waren Fische aus einem See, die teilweise sehr groß und silbrig waren.
    Besser wären wohl die Kleinwüchsigen gelben Fische aus den örtlichen Regenrückhaltebecken gewesen.
    Die hätten wir aber nicht in solchen Mengen beschaffen können.
    Ein Gedanke dahinter ist, das die Rotfedern bei uns oft einige Zeit vor den Rotaugen laichen.
    Sie haben also einen Startvorteil und ein größeres Maul.
    Verbuttete Rotaugen gibt es dort nicht mehr.

    Aus Aussagen habe ich nun erfahren das ein Fischzüchter mir von seinen Rotfedern genau das Gegenteil berichtete.
    Bei Ihm laichen seine Rotaugen vor den Rotfedern. Er nutzt den Nachwuchs der Rotfedern um Zander aufzuziehen.
    Auch bei Rotfedern und Rotaugen sollte man vielleicht auf Stämme und Herkunft beachten.
    Aber auch bei der Schleie stellte ich fest, das wir Rückgang und Verbesserung, auch mit einem Wechsel des Lieferanten und wieder zurück, in Einklang bringen können. (Interessanter überlebten einige Schleien in unbesetzten Gewässern zahlreich)

    Drei Dinge geschahen halt gleichzeitig, als die Schleien verschwanden.
    Wechsel des Fischzüchters, das Auftauchen der Kormorane und das Verschwinden der Rotfedern.
    Was nun der wahre Grund ist, wer kann das Wissen.

    Fakt ist aber Fischbesatzerfolg hat wenig mit der Fischmenge zu tun, Preisvorteile sollte man nicht überbewerten.
    Gruß Steini

  5. #5
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    Avatar von Steini
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Eben habe Ich erstaunt festgestellt, das im Netz fast nichts zum Besatz mit Glasaalen zu finden ist.
    Erstaunlich da die Art ja so bedroht ist das man mit Besatz umsichtig umgehen sollte.
    Die Glasaale werden da besonders problematisch sein und hohe Verluste bei falschen Besatz haben.

    Zu den Mengen findet man mit Mühe Angaben, die sehr gering erscheinen.
    Oft unter 100 Gr je Ha.
    Aber zur Jahreszeit findet man noch weniger...
    Wobei wilde Glasaale ja erst spät im Frühjahr in die deutschen Flsse einwandern.
    Das wird natürlich Gründe haben und kein Zufall sein.

    Das sollte man bedenken, selbst wenn es Glasaal von Dez. bis Mai zu kaufen gibt.
    Da sollte es eigentlich klar sein das man keine Glasaale aus den Unterläufen im Süden im Winter in Deutsche Flüsse fehrn der Küste besetzen sollte.
    Schade das man so etwas wohl nur Voraussetzt, wenn man das Wissen erreichte umsichtig zu handeln.

    Besatz mit Fischbrut sollte optimal geplant werden.
    Also naturnah, wenn man nicht klüger als die Natur ist.
    Ergo sollte man Glasaal optimal besetzen um die Bestände zu schonen.
    Also in geringer Menge, verteilt, in Deckung, zur passenden Jahreszeit und vor Allem ins Futter.
    Nur so, werden viele überleben, bleiben und Kosten gesparrt werden.

    Eigentlich ein Trauerspiel, was es an Besatztips durch Fachkräfte so gibt.
    Da braucht man dann nicht über Besatzfehler klagen, wenn die Fachkräfte Ihr Wissen für sich behalten.
    Gruß Steini

  6. #6

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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Gibt es überhaupt wirklich fachkundige Leute, die den Vereinsgewässerwarten kompetent zur Verfügung stehen?
    In der Praxis sehe ich soviele Unterschiede zwischen den Vereinsbesatzmaßnahmen, auch wenn es sich um Nachbarvereine handelt. Da sind richtige Charakterunterschiede festzustellen

  7. #7
    GW-Forum Team Avatar von Georg
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Die Beobachtung, die Ralle hier anführt ist nicht von der Hand zu weisen, es gibt jedoch in jedem Landesverband Fischereibiologen oder ähnlich orientierte "Fachkräfte", die mit Sicherheit einem Vereinsgewässerwart beratend zur Seite stehen würden. Allerdings liegt hier eine Holschuld auf Seiten des Vereins vor.

  8. #8
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Zitat Zitat von Georg Beitrag anzeigen
    Die Beobachtung, die Ralle hier anführt ist nicht von der Hand zu weisen, es gibt jedoch in jedem Landesverband Fischereibiologen oder ähnlich orientierte "Fachkräfte", die mit Sicherheit einem Vereinsgewässerwart beratend zur Seite stehen würden. Allerdings liegt hier eine Holschuld auf Seiten des Vereins vor.
    Sehe ich anders.
    Wissenschaft ist dafür da Wissen zu finden und zur Verfügung zu stellen und Aufklärung zu betreiben.

    Fachkräfte beschäftigt man , wenn einem Bewusst wurde das etwas besser laufen könnte, wenn man das Wisssen hätte.
    Dann erst greift man auf Fachkräfte zur Überwachung und für Beratng zurück.

    Ich denke, R.Arlinghaus ist da ein gutes Beispiel für Wissenschaft.
    Ganz andere Betrachtungen, neues Wissen und Öffentlichkeitsarbeit.

    Viele Fachkräfte hängen da eher an Lehrmeinungen und betrachten Ihr Wissen als Ihr Kapital.
    Oder erledigen einen Job, im Sinne Ihrer Auftraggeber gegen Geld.

    Ergo scheint es keinen Wunsch der Allgemeinheit zu geben, Besatz besser zu machen.
    Sonst würde man ja Fachwissen bereitstellen und Laien dieses nicht von Fachkräften erfragen müssen.
    Gruß Steini

  9. #9
    GW-Forum Team Avatar von Thomas
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Ich schließe mich Georg an.

    Wer möchte, kann gerne mal einen Blick auf die Thematik der Dissertation von Hr. Arlinghaus werfen, hier die Laudatio durch das IGB Berlin selbst.

    Öffentlichkeitsarbeit: ja, ganz gewiss.
    Wissenschaft: eher nein.
    Neuartige Betrachtungen, neues Wissen: ja, nein, jain. Naja ...

    Meine generelle Skepsis beruht sicher auch darauf, dass ich Biologe bin, der im IGB seine Diplomarbeit angefertigt hat ... leider unter, nun, wissenschaftlich recht wilden Umständen/Rahmenbedingungen.

    Ja, eindeutig Holschuld.
    Ralle, sichere Dir die Unterstützung von Fischereibiologen oder universitären biologischen Fachbereichen, einen besseren Rat vermag ich Dir auch nicht zu geben.
    ~~~

    Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.
    (Aphorismus von G.C. Lichtenberg)


    Gruß Thomas

  10. #10
    Moderator
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    AW: Gedankensammlung eigener Gedanken und Erfahrungen zum Fischbesatz

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Ja, eindeutig Holschuld.
    Ralle, sichere Dir die Unterstützung von Fischereibiologen oder universitären biologischen Fachbereichen, einen besseren Rat vermag ich Dir auch nicht zu geben.
    Kann man so sehen....
    Aber aus welchen Fachbereich..?

    Mir fallen da Fischereifachkräfte,Fischereibiologen, oder Gewässerbiologen, Fachkräfte aus dem Umweltschutzbereich und na ja wie Thomas es ja versteht, nun auch Angelbiologen ein.
    Beim Grundwissen werden sie sich kaum unterscheiden, aber bei der Zielsetzung und der Betrachtung.
    Aber können und wollen Wir Natur sich selbst überlassen und Menschen aussperren oder schädigen?
    Wollen wir "vorrangig" hohe Erträge bei beliebten Arten für die Fischerei..ähnlich der Land oder Forstwirtschaft.
    Oder geht es darum eine Nutzung möglichst vieler Menschen nachhaltig und vielfältig mit Naturerhalt zu verbinden?
    Die Betrachtung der Fachkräfte was richtig oder zu tun sei, werden sich deutlich unterscheiden.
    Gruß Steini

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