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Systematik:

Klasse: Gürtelwürmer (Clitellata)
Unterklasse: Egel (Hirudinea)
Ordnung: Hirudinida
Unterordnung: Kieferegel (Gnathobdelliformes)
Familie: Haemopidae
Gattung: Haemopis
Art: Pferdeegel

Wissenschaftlicher Name: Haemopis sanguisuga

Beschreibung:
Der Rücken ist meist braungrau bis schwarzbraun und mit dunklen Flecken gefärbt.
Der Bauch ist gelbgrau mit manchmal unregelmäßigen schwarzen Flecken.
Körperlänge ca. 10-15 cm , Körperbreite ca. 1-1,5 cm.
Seinen Namen verdankt er seiner Fähigkeit, sich im Schlund von Pferden und Rindern festzubeißen, wenn diese Wasser saufen, in dessen Gewässer er vorkommt.
Die Anzahl der sichtbaren Querringel entspricht – wie bei anderen Egeln auch – nicht der Anzahl der Segmente, aus denen sich der Körper zusammensetzt (33), sondern sie sind wesentlich zahlreicher.

Vorkommen und Gefährdung:
Der Pferdeegel ist sowohl in stehenden als auch in fließenden Gewässern der Güteklasse 2,0 bis 3,0 in ganz Europa und Nordafrika zu finden.

Nahrung:
Der Pferdeegel saugt kein Blut, hierfür ist die Bezahnung des Schlundes (zwei Reihen von je 14 Zähnchen) zu schwach. Stattdessen ernährt sich der Pferdeegel von verschiedenen Wassertieren, die er verschlingt. Zum Beutespektrum zählen etwa Insektenlarven, Würmer, Fischbrut sowie Laich und Larven von Amphibien. Zwischen den Mahlzeiten können lange Phasen ohne Nahrungsaufnahme überdauert werden.
Vollgefressene Egel können lange (weit über ein Jahr) überleben, ohne einen neuen Wirt zu befallen. Der häufigste in Deutschland vorkommende Egel ist der Pferdeegel. Er ist zwar ein Verwandter des Blutegels, gehört jedoch nicht zu den Blutsaugern. Meistens jagt er im Mulm/ Detritus .

Fortpflanzung:
Alle Egel sind Zwitter (Hermaphroditen). Die Begattung kann bei ihnen einseitig und auch gegenseitig erfolgen. Eine ungeschlechtliche Vermehrung ist bei dieser Tiergruppe nicht bekannt. Die Eikapseln werden von manchen Egeln zum Beispiel an Wasserpflanzen geheftet; bei anderen werden die Eier an der Unterseite des Muttertiers festgeklebt, bis die Jungtiere schlüpfen. Manche Egel (so zum Beispiel die Familien der Platten- und Knorpelegel) betreiben Brutpflege. Diese ist jedoch bei den einzelnen Arten unterschiedlich ausgeprägt.


Besonderheit der Art:
Obwohl der Pferdeegel ein Verwandter des Medizinischen Blutegels Hirudo medicinalis ist, ebenfalls 10 Augen hat und ausgestreckt bis zu 15 cm lang werden kann, saugt er jedoch nicht an Säugetieren, da seine Beißwerkzeuge die Säugetierhaut nicht durchbeißen können. Er saugt auch nicht wie der Fischegel oder einige andere saugenden Egel an Fischen und Schnecken.
Mehrtätige Landausflüge lassen den Egel in feuchter Umgebung nach Hochwasser gut überdauern. Die Atmung erfolgt über die Haut, der im Wasser gelöste Sauerstoff wird per Diffusion aufgenommen. Die Sauerstoffaufnahme kann gesteigert werden, indem sich der Egel mit dem hinteren Saugnapf festheftet und mit der Muskulatur eine Wellenbewegung des Körpers erzeugt. Es gelangt so laufend frisches, sauerstoffreiches Wasser an die Haut.

Ende der neunziger Jahre wurde Haemopis elegans entdeckt, neben Haemopis sanguisuga ein zweiter Vertreter innerhalb der Gattung Haemopis.
Zitat:
In den ökologischen Ansprüchen scheint sich H elegans ersten Untersuchungen zufolge deutlich von H sanguisuga zu unterscheiden. Letztere Art ist als semiaquatischer Egel meist etwas oberhalb der Wasserlinie im feuchten Uferbereich stehender und fließender Gewässer zu finden. H elegans weist dagegen eine noch größere Tendenz zur terrestrischen Lebensweise auf. Nicht selten ist die Art zusammen mit typischen Landbewohnern, wie Landasseln (Oniscidea) und Hundertfüßern (Chilopoda), unter Holz oder Steinen einige Meter vom Gewässer entfernt zu finden und scheint nicht auf den unmittelbaren Uferbereich beschränkt zu sein. So wurden die Egel an der Peene auf einer feuchten Wiese etwa 50 Meter vom Strom entfernt gesammelt. Der Fundort wird als Viehweide genutzt und nur im Frühjahr überflutet. Im Fluss selbst konnte Haemopis sanguisuga nachgewiesen werden .
Beschreibung beider Arten
Auch wenn der Fundort jährlich durch Hochwasser der Mulde überflutet wird, bleibe ich erstmal bei der hier vorgestellten Art.

Fundort der fotografierten Tiere:
Diepold in Dessau, Fotos von Albert.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pferdeegel
Hydro-Kosmos
Uni Dortmund

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