Titel: Einheimische Amphibien - Bestimmen - Beobachten - Schützen
Autor: Dieter Glandt
Verlag: Aula
ISBN: 978-3-89104-720-0
Hardcover
Preis: 19,95 Euro

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Nachdem dieser Titel von Lux empfohlen wurde, habe ich es mir bestellt und bin soeben durch.

In der Einleitung zeigt der Autor den Weg auf, der einen Einsteiger in die Thematik zu binden weis. Der geht den Weg in drei Stufen.

Kurz beschrieben sind dies: Arten bestimmen können - Arten beobachten und verstehen lernen - Schutzwürdigkeit selber begreifen

Aus dem Inhalt:

Der Entwicklungszyklus von Frosch- wie Schwanzlurch, inkl. Tipps zur Beobachtung, auch in Aquarien (jedoch nicht ohne Mahnungen)

Von der Beobachtung geht es zur Bestimmung. Dazu findet der Leser 24 bebilderte Artensteckbriefe der hier vorkommenden Arten, zuzüglich des hybriden Teichfrosches, zuzüglich des Ochsenfrosches, aufgrund seines Verbreitungsgrades, sowie 5 Bestimmschlüssel für Laich, Larven und ausgewachsene Tiere.

Sehr gut gelungen: Die Beobachtungstipps gegliedert nach den Jahreszeiten, jeweils mit den Highlight des Monats

Die Artenportraits sind reichlich bebildert, es wird immer auf die Besonderheiten hingewiesen und man sollte nach dem Studium in der Lage sein die Arten voneinander zu unterscheiden, inkl. des Geschlechtes. Erklärt werden auch die verschiedenartigen Rufe innerhalb einer Art.

Es folgen die Verhaltensweisen zu Wanderung und Orientierung.

Bei den Beschreibungen des Paarungsverhaltens fällt die Knoblauchkröte völlig aus dem Rahmen, was allerdings die Lesespannung steigert. Es werden jeweils repräsentativ (Frosch- bzw. Schwanzlurch) die Art beschrieben, zu der entweder die besten Forschungsergebnisse vorliegen oder derer, die sehr häufig vorkommen, um auch ein Nachvollziehen zu ermöglichen.

Enorm spannend fällt dabei die Beschreibung der Paarung der Teichmolche aus. Ein hoch komplexer Ablauf, der sehr auf gut-Glück auslegt ist. Nun, es funktioniert dennoch.

Es folgen Schutz-, Abwehr- und Beuteverhalten.

Hiernach wird sich den Gewässertypen gewidmet, den Lebensräumen und den Winterquartieren.

Dann kommt jenes Kapitel, worauf in den vorherigen Seiten hingearbeitet wurde: Amphibien helfen. Die Thematik ist breit gefächert. Zu allen Möglichkeiten des Einbringens wird Hilfestellung und Anleitung gegeben, sowie Ansprechpartner benannt. Auch Fehler bei der Hilfe bleiben nicht unerwähnt.

Abgerundet wird am Ende mit Möglichkeiten das Thema in den Schulunterricht zu integrieren und geschildert, wie man richtig beobachtet.

Zugabe:

Den Buch ist eine CD mit den Rufen der Tiere beigefügt.

Für mich erstaunlich zu erfahren:
  • Den Feuersalamander hat man früher ins Feuer geworfen im Aberglauben, er könne dieses löschen.
  • Bei Teichmolchen gibt es eine zweite Laichzeit. Die Larven überwintern im Gewässer und erreichen dann beachtliche Größen.
Kritik:
  • Es wird empfohlen zur Beobachtung im Wald größere Holzstämme zu wenden, um zu sehen wer darunter sitzt. Man solle im Anschluss den Stamm wieder behutsam zurück legen. Ob man ihn dann tatsächlich auf die selbe Stelle zurück gelegt bekommt? Mir wäre da die Gefahr Tiere zu quetschen zu groß, zudem störe ich die Tiere wohl in ihrer Ruhe.
  • Innerhalb der Artenportraits und/oder auch als gesonderte Liste fehlt mir eine Übersicht mit der direkten Gegenüberstellung der Merkmale der Arten und den Verwechslungsgefahren.
Fazit:

Das Buch ist sein Geld wert. Es lässt sich locker lesen, da auf Fachbegriffe weitgehendst verzichtet wird. Ich denke ich werde es noch öfters in die Hand nehmen, um mich in der Bestimmung zu üben.

Fragen:

  • Warum soll man Tiere zum überwintern im Keller belassen? Heizung/Dehydrierungsgefahr
  • Wie können Lurche in Schwimmpools überleben? Stichwort Chlor
  • Was stelle ich mit einen aufgegriffenen Ochsenfrosch an?
  • Dürfen auch keine nicht-geschützten Amphibien aus Gewässern entnommen werden?
  • Wer hilft mir bei meinem Projekt / GartenII ?