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Thema: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

  1. #31
    Moderator Avatar von Steini
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Heute noch einmal am See gewesen.
    Habe einige Quappen zwischen etwa 3 cm und 5 cm gesehen.
    (In den letzten beiden Wintern haben sie sich also vermehrt)

    Auffallend war aber auch, das Ich dort überraschend wenig Krebs (Amis) fand.

    Krebse also weniger, Steinbeißer und Barsch unverändert sehr häufig.
    Ach ja, die Wollhandkrabbe und Aale sind wieder mehr geworden.
    Gruß Steini

  2. #32
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Ich könnte mir schon gut vorstellen, dass der Rückgang bei den Krebsen mit den Quappen zusammenhängt. Wobei ich bei uns die Beobachtung machte, dass es einige Jahre dauerte bis sich die Fische auf die (Signal-)Krebse eingeschossen haben. Obwohl ich in einem Abschnitt schon seit Jahren Krebse und Quappen zusammen in beträchtlichen Stückzahlen beobachte wurden mir erst im letzten Jahr Krebsfunde in Ruttenmägen gemeldet.

    Schätze der Kamberkrebs dürfte optimales Quappenfutter sein.
    "Nicht Sieg sollte der Sinn der Dikussion sein, sondern Gewinn"
    Joseph Joubert

  3. #33
    Moderator Avatar von Steini
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Eben gefunden.
    Ein Film über die Quappen-Nachzucht vom Ruhr-Verband (Lippe)
    http://www.dafv.de/index.php/home/na...ng-der-quappen
    Gruß Steini

  4. #34

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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Hi alle zusammen, das ist ein Thema da wo ich auch einiges zu berichten. In unserem Verein setzen wir nun seit 6 Jahren Rutten. In den ersten 3 Jahren einjährige in Größen zwischen 15 und 20cm und ca 1000 Stück pro Jahr auf einer Gewässerlänge von 10km. Die letzten 3 Jahre haben wir nur noch fressfähige Ruttenbrut in Stückzahlen zwischen 180000 und 250000 Larven. Das waren echte Winzlinge mit ca 2mm. Wir haben sie schön in die angebundenen altwässer verteilt,wo jedemenge Futter für die Zwerge zur Verfügung stand.
    Soviel mal zum Besatz,jetzt mal zu den Ergebnisen

    Im 2ten Jahr habe ich einige Ansitze auf Rutten gemacht und war sehr positiv überrascht. Bei meinem ersten Ansitz fing ich gleich 3 Fische zwischen 30 und 53cm. Ich habe nicht schlecht geschaut, weil dies definitiv kein Fisch aus unserer Besatzaktion sein kann. Bei den nächsten Ansitzen stellte sich raus das dieser Fluss schon einen relativ guten Bestand hat. In 5 weitern Ansitzen fing ich insgesamt noch 10 Stück, davon 6 zwischen 25 und 35 cm, 3 stück zwischen 36 und 50cm und eine mit Sage und schreibe 56cm. Also ich war sehr positiv überrascht in 6 Nächten 13 fische.
    Im nächsten Jahr hat es sich dann schon ein wenig rumgesprochen das man im Winter bei uns Rutten fangen kann. Es waren nicht viele,aber die Fänge konnten sich echt sehen lassen. Von 6 Anglern waren es 67 Fische zwischen 25 bis sage und schreibe 69cm. In der Fangliste 2013 wurden 156 maßige Fische mit einem Gesamtgewicht von 85kg und die größte maß 73 cm.
    Alles was man dazu sagen kann ist: Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert

  5. #35
    Avatar von Schnickes
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Können sich die Rutten dann auch selbstständig vermehren?
    Ich kenne die Voraussetzungen dafür leider nicht.

    Edit: Das Internet hilft. Laicht auf kiesig, sandigem Grund in flachen, kleinen Flüssen/Bächen.
    Geändert von Schnickes (29.01.14 um 22:08 Uhr)
    Viele Grüße,
    Niklas

    Gewässerwart Blog

  6. #36
    Moderator Avatar von Steini
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    @Esox
    Bist Du wirklich sicher, dass es nicht Eure Besatzfische waren.
    Dass die in einem Altarm, in einem Jahr von 20cm auf über 50 cm wuchsen habe ich auch schon erlebt.

    >>Bei dem Versuch im Altarm kamen so 27 Tiere ins Wasser, 9 fing ich beim E-Fischen unterhalb eines Absturzes
    3 Km weiter oberhalb.(Ich meine, 2 Tage nach Besatz)

    3 Stück fing ich an einem Morgen mit der Angel ein Jahr später, 2 weitere fingen Bekannte. Alle etwa 50 cm und alle auf genau der Stelle wo wir Sie ausgesetzt haben.

    Noch ein Jahr später fing ein Bekannter eine so um 65 cm.
    Dann nichts mehr.
    Im Vergleich zum Zanderbesatz Traumzahlen.

    Später erhielten wir mal Brut.(Q0)
    Auf den ersten Blick, Beutel ohne Inhalt. <<
    Gruß Steini

  7. #37

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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Ich denke das sie sich mit Sicherheit selbst vermehren. Es gibt genug kiesige Stellen und auch schöne Altarme für
    die kleinen. Es war auch mit Sicherheit auch schon ein altbestand an Rutten vorhanden. Beim aalfischen wurden alle 2-3 Jahre mal eine gefangen. Der kleine Fluß fliest kurz nach unserer Grenze in die Donau und ist bis zur oberen Grenze durchgängig, dank einer Fischtreppe. Mittlerweile hat er sich auch schon herumgesprochen das sie echt gut schmecken und sie werden auch rege beangelt. So soll es auch sein.

  8. #38
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Bemerkenswert,

    grundsätzlich scheint in vielen Revieren parallel eine ähnliche Zunahme/Erholung der Ruttenbestände zu erfolgen. Wir hatten das hier im Thread schon mal mit der verbesserten Nahrungssituation in Verbindung gebracht.
    @Esox: Kannst du was zur Nahrungssituation sagen? Hat sich da was Verändert? Krebse? oder eher Grundeln?
    "Nicht Sieg sollte der Sinn der Dikussion sein, sondern Gewinn"
    Joseph Joubert

  9. #39
    Moderator Avatar von Steini
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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Zitat Zitat von Steini Beitrag anzeigen
    Heute noch einmal am See gewesen.
    Habe einige Quappen zwischen etwa 3 cm und 5 cm gesehen.
    (In den letzten beiden Wintern haben sie sich also vermehrt)

    Auffallend war aber auch, das Ich dort überraschend wenig Krebs (Amis) fand.

    Krebse also weniger, Steinbeißer und Barsch unverändert sehr häufig.
    Ach ja, die Wollhandkrabbe und Aale sind wieder mehr geworden.
    Komme eben von dem See.
    Wolken von kleinstem Getier im Wasser und dazwischen die winzige Brut von Barsch und Weißfischen.
    Mal wieder etwas herumgeleuchtet und siehe da recht schnell 2 winzige Quappen (1,3 - 1,5 cm) gefunden.
    Die müssen wohl gerade erst zum Leben am Grund übergegangen sein.
    (Letztes Jahr sah ich gar keine, der Winter 13/14 war aber auch bei uns extrem warm)

    Anmerkung, vor 1 Woche mal als Idee 2000 R.F Brut (3cm) besetzt, 1 Stück etwa 250 m vom Besatzort vorgefunden.
    Insgesamt habe ich nicht mehr als 4-5m² betrachtet.
    Gruß Steini

  10. #40

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    AW: Ruttenbesatz Ergebnisse/Versuch einer Erfolgskontrolle

    Hallo,

    ein Mangel an Nahrung ist sicher kein begrenzender Faktor bei der Quappe gewesen. Deshalb halte ich ein zunehmendes Nahrungsangebot auch nicht für den Grund für verbesserter Bestände.

    Obwohl ich mir immer noch nicht im Klaren bin, wie die Reproduktion im Einzelnen abläuft, kann man, glaube ich zumindest, das Larvenstadium als den Knackpunkt ansehen. Die Larven sind winzig und zudem schlechte Schwimmer. Sie sind darauf angewiesen, dass sie praktisch im Plankton stehen, sonst kommen sie nicht auf die erforderliche Zahl an erfolgreichen Schnappversuchen.

    Eine Erholung der Quappe kann ich aus meiner Sicht nicht bestätigen. Ein eigener Besatzversuch der Eifelrur lief 4 Jahre sehr positiv. Es wurden während der ersten vier Jahre zahlreiche Quappen gefangen. Das waren regelmäßige Fänge mit dem E-Gerät und zahlreiche Angelfänge unterhalb von 2 Wehren. Diese Angelfänge liefen alle nach dem gleichen Muster ab. Der Angler bekam nachts beim Aalangeln leichte Bisse auf Tauwurm. Wenn dann auf feineres Gerät gewechselt wurde, entpuppten sich diese zaghaften Bisse als Quappen bis ca. 45 cm. Nun ist die Quappe dafür bekannt, dass sie recht herzhaft zur Sache geht. Nur scheinbar ein Widerspruch. Im Sommer werden diese Fische sehr lethargisch und inaktiv und nehmen nur wenig Nahrung auf. Dadurch waren die Anglermeldungen sehr glaubhaft. 1 km unterhalb der Besatzstrecke beginnen 22 km wilde, unbegradigte niederländische Roer. Also Strukturen ohne Ende.
    Mit 50 cm Länge nach 4 Jahren waren die Quappen von einem Jahr aufs andere spurlos verschwunden. Im letzten Jahr konnten wir noch 2 Fische 0+ nachweisen.
    Auch für die Niederlande gab es keinen Nachweis. Die Vermutung, sie seien in die Maas abgewandert und stiegen nur zum Laichen auf, konnte nicht bestätigt werden. Die Fangstation an der Rurmündung konnte in 4 Jahren nie eine Quappe nachweisen. Gespräche mit niederländischen Berufsfischern an der Sandmaas ergaben, dass diese schon teilweise mehrere Hundert Wandersalmoniden gefangen hatten, in ihrem Leben aber nicht eine Quappe gesehen hatten.

    Ein weiterer Versuch macht erst dann Sinn, wenn die Ursachen für den ersten Fehlschlag erkannt und abgestellt sind. Zurzeit stellt sich diese Frage auch gar nicht. Beim Besatz mit Fischen, die einer ganzjährigen Schonzeit unterliegen, darf ich nur NRW Bestände besetzen oder ich benötige eine Ausnahmegenehmigung der OFB.
    Es würde in NRW schon an geeigneten Besatztieren scheitern. Eine Bestandserholung sieht aber anders aus.

    Es gibt immer noch wichtige Faktoren, die sich eher verschlechtern. Dazu zähle ich die Klimaerwärmung mit ihren Folgen. Hatte ich noch vor Jahrzehnten die großen Hochwässer im März, wenn in der Eifel Regen auf die Schneemassen fiel, so habe ich jetzt mehrere kleinere Hochwässer im Sommer nach starken Regenfällen.
    Das Erreichen der erforderlichen Laichtemperatur von unter +4 Grad wird immer seltener durch eingeleitete Prozesswärme aus Kläranlagen und Industrie.

    Es sind hier beneidenswerte Erfolge erzielt worden. Eine generelle Verbesserung für die Quappe sehe ich nicht.

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