Systematik:
Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Cyprinoidei
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Unterfamilie: Alburninae
Gattung: Alburnus
Art: Ukelei

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Wissenschaftlicher Name: Alburnus alburnus (ehemals auch Cyprinus alburnus)

Synonyme: Ablette, Zwiebelfisch, Perlfisch, Silberfisch, Schneider, Okel, Ückele, Blecke

Flossenformel:
D II-IV/7-9
A III/14-20
P 16
V 10
C 19

Größe: 12 - 15 cm, bis maximal 25 cm

Gewicht: 20 gr. - 60 gr.

Schuppenzahl entlang der Seitenlinie: 45-48 + 3

Schlundzahnformel: 2.5 - 5.2

DNA Sequenz: http://www.fischdb.de/katalog/fish.2...3817349067/dna

Beschreibung:

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Der Ukelei oder die Laube hat einen schlanken, seitlich abgeflachten Körper. Die Farbe ist silbrig mit grau-grünen bis grün- bläulichen Bereichen auf der Rückenpartie. Lauben sind vornehmlich Freiwasser- und Oberflächenfische. Das heißt, sie suchen Ihre Nahrung vor allem an der Wasseroberfläche. Daher ist Ihr Maul steil nach oben gerichtet. Der Ukelei besitzt Schlundzähne, wie bei Cypriniden üblich. Auf jedem Schlundknochen liegen zwei Zahnreihen. Die äußere hat zwei, die innere fünf Zähne. Die Augen sind groß, was vor allem bei juvenilen Fischen auffällig ist.
Die Schuppenzahl entlang der Seitenlinie beträgt 45-48 + 3. Bei adulten Fischen ist die Seitenlinie vom Kopf zu den Bauchflossen recht stark nach unten gezogen. Die Schuppen fallen bei Berührung sehr leicht aus.
Adulte Lauben leben in größeren Schwärmen. Dabei bewegen sich die Schwärme meistens dicht an der Oberfläche. Man erkennt einen Schwarm sehr leicht daran, dass über mehrere Quadratmeter viele Fische immer wieder an der Oberfläche nach Nahrung schnappen.

Die Larven leben im Uferbereich und die juvenilen Fische ufernah, besiedeln aber auch pelagische Räume.
Die Afterflosse beginnt senkrecht unter dem Ende der Rückenflosse. Zwischen der Bauch- und Afterflosse ist der Bauch scharf gekielt und schuppenlos. Die Schwanzflosse ist stark gegabelt. Die Flossen sind hell - durchsichtig, zur Laichzeit orangefarben.

Nach einem Jahr sind die Lauben ca. 4,5cm groß. Nach 7 Jahren erreichen Sie eine Länge von ca. 18cm. Einen signifikanten Wachstumsunterschied zwischen Nord- und Süddeutschland scheint es nicht aus dieser Quelle nicht zu geben (Skala von Pisci Page). Möglicherweise sind die Zahlen von Pisci Page aus älteren Untersuchungen. Auch im Bodensee gaben alte Untersuchungen eine ähnliche Längenentwicklung an (Haakh 1929).
Im Bodensee waren im August 2007 0+ Fische 4,9; 1+ Fisch 10,2 und 2+ Fische 13,1 cm lang.
Aus dieser Untersuchung der Lauben im Bodensee-Obersee geht hervor, dass die Kiemendeckel der Lauben ungeeignet sind, um ihr Alter zu bestimmen. Daher werden die Schuppen herangezogen.

In manchen Seen entwickeln sich Lauben auffällig hochrück bzw. bucklig.

Nahrung:
Hauptsächlich Plankton, Insekten und Invertebraten an der Wasseroberfläche.
Lauben ernähren sich gerne von Ruderfußkrebsen. Da die Ruderfußkrebse Finnen des Riemenwurms tragen können und Lauben widerum von fischfressenden Vögeln gefressen werden, tragen Lauben indirekt zu deren Verbreitung bei.

Vorkommen/Verbreitung:
Der Ukelei kommt in langsam fließenden Gewässern und in Seen von der Barben- bis zur Brachsenregion vor. Man findet sie auch im Brackwasser der Ostsee.

In Deutschland kommt die Laube über das gesamte Bundesgebiet verteilt vor. Lokal ist sie inzwischen allerdings durch verschiedene Gefährdungsfaktoren ausgedünnt.
Geographisch kommt sie vom Nord-Kaukasus bis nach Westeuropa, bis zu den Pyrenaen und den Alpen vor. Auch Schottland, Spanien, Portugal und Skandinavien (teilweise) gehören zum Lebensraum der Lauben.
Auf der iberischen Halbinsel, an der Adria und der Ägais fehlt sie. Ebenso wie in Italien (zum Teil kleinere Vorkommen; Gardasee), Irland und England.

Sie wird von der IUCN in der Roten Liste geführt, gilt aber nicht als gefährdet. In Deutschland ist die Eutrophierung von Gewässern ein Problem für die Laube.

Aus Erfahrungen eines Forumsmitglieds geht hervor, dass Lauben anscheinend in salzhaltigen Gewässern gut klarkommen und mit einem höheren Salzanteil auch als Individuum größer werden und größere Bestände aufweisen.

Verwechslungsgefahr mit: Hasel, Moderlieschen, Kleine Maräne, Rapfen.

Vom Hasel unterscheidet man die Laube anhand der längeren Afterflosse und durch das oberständige Maul.

Das Moderlieschen besitzt ebenfalls eine kürzere Afterflosse mit nur 11 - 14 Strahlen. (Ukelei (17 - 22), außerdem ist seine Seitenlinie nicht vollständig ausgeprägt.

Von den maränenartigen Fischen kann man die Laube einfach durch die nicht vorhandene Fettflosse unterscheiden.

Habitatansprüche:
Die Laube kommt in langsamen Fließgewässern und in Seen vor. Pflanzenreiche Bereiche werden vor allem von adulten Fischen gemieden.

Laichzeit:
Gelaicht wird frühmorgens in zwei bis vier Phasen ein bis zweimal die Woche von April bis Juni im Flachwasser ab einer Temperatur von über 15°C. Dabei springen die Fische häufig aus dem Wasser. Daher ist das Laichverhalten recht auffällig. Die Laichreife tritt zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr ein. Der Rogen wird an Steine, Wasserpflanzen und versenktes Holz gesetzt. Pro Rogner reifen zwischen 1.500 und 12.000 Eier heran. Die Eier sind zwischen 1,5 und 1,9 mm groß. Die Larven schlüpfen nach 3-5 Tagen bzw. 70 Tagesgraden .
Lauben laichen meist nur ein- bis zweimal im Leben ab. (IUCN)
Die Milchner haben zur Laichzeit einen Laichausschlag.

Gelegentlich kann es zu Bastardierung mit Güster, Blei oder Plötze kommen.

Besonderheiten:
Die Schuppen der Lauben beinhalten Guaninkristalle. Diese wurden zur Herstellung von künstlichen Perlen verwendet. Dabei wurden die Schuppen im Wasser zerrieben, bis sich die glänzende Substanz am Boden eines Glases abgesetzt hat. Danach wurde der Belag mit Ammoniak gereinigt. Um ein halbes Kilogramm Fischsilber zu erhalten, hat man bis zu 20.000 Fische benötigt. Die gewonnene Substanz wird auch in Kosmetika eingesetzt.

Lauben waren früher sehr beliebte Speisefische und sind sehr schmackhaft. Gegrillt waren Sie eine Spezialität. Wegen der vielen Gräten werden Lauben heute seltener gegessen. Als Backfische oder frittiert sind sie allerdings auch heute eine Delikatesse. In Skandinavien scheint auch der Kaviar der Ukelei verzehrt zu werden.

Fishbase nennt eine Quelle, bei der die Einführung der Laube negative ökologische Auswirkungen gehabt haben soll. Leider wird diese Aussage nicht näher spezifiziert.

Anekdote:

In Baden-Württemberg wird sie regional auch als Schneider bezeichnet. Als frisch gebackener Gewässerwart in meinem Verein war ich doch sehr erstaunt, wie oft mir von gefangenen Schneidern berichtet wurde. Ich hatte schon Schweißperlen auf der Stirn, wie ich das der UFB erkläre. Bis durch Zufall herauskam, dass hier die Lauben so bezeichnet werden.

Quellen und Literaturzitate:
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Ukelei
Fishbase http://www.fishbase.de/summary/Alburnus-alburnus.html
Pisci Page http://www.pivi.de/_php/adodb/browse.php?Artname=Ukelei
Fischlexikon http://www.fischlexikon.info/Box/Alburnus_alburnus.html
Ukelei im Bodensee-Obersee (R.Rösch & M. Schumann) http://www.landwirtschaft-mlr.baden-...ee-Obersee.pdf
The IUCN Red List of Threatened Species http://www.iucnredlist.org/apps/redlist/details/789/0
FischDB http://www.fischdb.de/katalog/fish.2...817349067/view
Süsswasserfische Dausien Verlag
Fische Europas Dr. Horst Müller